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Führung in Zeiten der Krise

Auch erfahrene Mitarbeiter und Führungskräfte, die mit virtuellem Arbeiten und der Führung von Teams vertraut sind, stehen derzeit vor einer besonderen Herausforderung. Die Ungewissheit und Sorge vieler Mitarbeitender, die fehlende Nähe zu Kollegen und zur Führungskraft, mögliche fehlende digitale Kompetenzen und schlicht die unterschiedlichen Bedingungen bei den Mitarbeitenden vor Ort (von Vereinsamung bis hin zur Überforderung durch gleichzeitig zu betreuende Kinder oder Angehörige) werfen viele Fragen und bislang unbekannte Probleme auf. Diesen wollen wir uns in diesem Themenblatt widmen.

Durch den fehlenden Kontakt fallen viele Informationen in der Kommunikation weg. Auch die Alternativen durch Telefonate und Videochats haben ihre Besonderheiten. Die Konzentration wird um vieles mehr gefordert und so wirkt eine Stunde Videochat locker doppelt so lange wie eine Teambesprechung im gemeinsamen Raum. Viele versuchen Botschaften knapp und kurz zu vermitteln, womit dann letztlich doch Informationen fehlen und vor allem der soziale Kontakt auf der Strecke bleibt (Wie geht es meinen Gegenüber gerade? In welcher Situation befindet er/sie sich? Was bewegt ihn/sie im Moment? Woran arbeitet er/sie parallel? …)

Wir wollen Ihnen als Führungskräfte eine Unterstützung in zweifacher Art und Weise bieten:

1. Durch Fragen, Impulse und Anregungen eine Handlungsalternative bieten und …

2. Konkrete Unterstützungs- und Austauschangebote durch unsere erfahrenen Coaches von compleneo und unseren Partnern (per Videochat oder Telefon oder im Blog) anbieten

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Was sollte ich als Führungskraft wissen?

Der Corona-Virus (COVID19) wird sich aller Voraussicht nach weiter ausbreiten und ist laut der Weltgesundheitsorganisation seit dem 11. März 2020 zur Pandemie herangewachsen. Wir sind als Land zum Stillstand gekommen, um die exponentielle Ausbreitung zu verzögern. Dadurch soll vor allem unser Gesundheitssystem die Chance erhalten, sich auf den Bedarf einzustellen und nicht durch einen beschleunigten Peak überfordert zu werden.

Finden Sie heraus, welche Informationen Ihr Unternehmen bereitstellt und sorgen Sie für einen regelmäßigen Informationsfluss zu Ihren Mitarbeitenden. Auch, wenn mal keine neuen Botschaften vermittelt werden können, sollten Sie im regelmäßigen Austausch bleiben.

Leitfragen: Was bietet derzeit unser Unternehmen an Möglichkeiten zur Homeoffice-Arbeit, als Collaboration-Plattform und an Arbeitszeit- und Urlaubsmodellen an? Wie kann jeder seinen/ihren Anteil zur Gesundheitsvorsorge (auch zu Hause) leisten? Welche Möglichkeiten haben wir, wenn Mitarbeiter vom Virus betroffene Personen pflegen müssen oder selber betroffen sind? Welche technische Unterstützung bei der Einweisung zu Telkos / Videochats oder Telearbeit haben wir und wie wenden wir diese konkret an?

Worauf sollte ich als Führungskraft achten?

Führungskräfte sollten derzeit eine Neubewertung ihres Teams vornehmen und diese regelmäßig anpassen.

Belastung: Wer im Team kommt mit der Situation derzeit sehr gut bis überhaupt nicht klar? Welche Indikatoren und Wahrnehmungen helfen mir dieses zu erkennen? Welche Möglichkeiten hat er/sie, die Situation bei Bedarf selbst zu ändern? Was kann ich als Führungskraft dazu tun?

Eine Kernkompetenz bei Führungskräften beschreibt im Moment die Fähigkeit, „Vertrauen zu schenken“, also davon auszugehen, dass auch ohne Anwesenheit der Vorgesetzten jeder bestrebt ist, Leistung zu bringen und einen Beitrag leisten zu wollen. Dazu ist es sogar eher förderlich, den Druck zu verringern und Führung als Dienstleistung zu verstehen („Was brauchst Du momentan? Wie kann ich als Führungskraft Dich unterstützen? …)

Fähigkeiten: Wer kann mit den technischen und digitalen Anwendungen und Angeboten kompetent umgehen? Wie kann ich zeitnah für eine geeignete Nachschulung sorgen? Wer nimmt sich bei Telkos/Videochats im Moment stärker heraus als ich ihn/sie sonst in Besprechungen kenne? Aber auch: Wie steuere ich Telkos/Videochats zielgerichtet? Wie sorge ich dafür, dass wir fokussiert am Thema arbeiten? Wie lenke ich ein, wenn die Gruppe oder Einzelne abdriften und eher Sorgen/Nöte in den Vordergrund der Diskussion rücken? …

Natürlich kommt Ihnen als Führungskraft derzeit eine besondere Rolle im Vernetzen, Informieren und auch dem Kontrollieren von Arbeitsergebnissen nach. Dennoch steckt unglaublich viel Potenzial auch im Team. Viele dieser Aspekte kann ein gut funktionierendes Team selbst organisieren. Jedoch braucht es Sie als aufmerksamen Dirigenten und empathischen Zuhörer. Das „Führen auf Sicht“ wird im Moment zum Mittel der Wahl.

Selbstführung: Wir empfehlen in der Krisensituation auch sich selbst im Blick zu behalten. Das hilft Ihnen, authentisch zu handeln und bewusste Impulse als Führungskraft zu setzen. Was denken Sie denn persönlich über die Krise? Was spüren Sie: Angst, Unsicherheit, Ärger, Hoffnung, …? Wie gehen Sie mit Ihren Emotionen, Gedanken und Körperempfindungen um? Worum drehen sich Ihre Gedanken? Wie schaffen Sie es, diese zu beenden und sich anderen Themen zuwenden zu können? Wie gelingt es Ihnen selbst, ruhig zu bleiben? Was hilft Ihnen, eine positive Grundeinstellung zu bekommen? Wie kompetent gehen Sie mit den technischen, digitalen Möglichkeiten um?

Wenden Sie regelmäßig an, was Ihnen Ruhe und Entspannung ermöglicht. Eine hektische, überlastete Führungskraft nutzt am Ende niemandem. Das können Atemübungen, regelmäßige, kurze und „gehirngerechte“ Pausen oder Spaziergänge/Sport sein.

Wie kann/sollte ich mich als Führungskraft konkret verhalten?

Information und Kontakt: Insofern möglich empfehlen wir einen täglichen Kontakt, spätestens jeden zweiten Tag mit jedem Mitarbeitenden eher per Videochat als via Telefon. Diese Kontaktaufnahme kann als Einzelgespräch oder Team-Call/Chat erfolgen. Nutzen Sie Gelegenheiten, um Arbeitsaufgaben gemeinsam und persönlich zu besprechen. Dabei haben Sie die Chance, nach Erfahrungen, Belastungen, Befindlichkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten zu fragen.

Vorbild: Sie sind weiterhin das Vorbild für Ihre Mitarbeitenden. Teilen Sie auch Ihre Gedanken, Fragen und eigenen Gefühle (“Ich finde es gerade schwierig, nicht mal eben kurz in Eure Büros zu können …“), damit geben Sie den Rahmen, was sich auch andere in dem Chat / der Telko an Offenheit zutrauen dürfen.

Bedenken Sie: Ihre Mitarbeitenden sind die wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus und der Aufrechterhaltung der Produktivität.

Raum geben: Nutzen Sie die Videochats/Telkos auch, um gemeinsam mit den Mitarbeitern innezuhalten, zu lernen sowie zu reflektieren und kreative Ideen zu sammeln, wie ein guter Kontakt auch in diesen schwierigen Zeiten aufrechterhalten werden kann. Geben Sie Raum für Emotionen und äußern Sie Verständnis dafür (“Das kann ich gut verstehen, das ist echt eine ganz ungewöhnliche Situation für uns alle.”)!

Fokus: Wenn Diskussionen in Sorgen und Gespräche über das Große-Ganze abdriften, stellen sie lösungsorientierte Fragen (Was wäre ein kleiner nächster Schritt, der die Situation für Dich einfacher machen könnte? Wie würde eine Lösung aussehen? Woran würden wir merken, dass sich etwas in die gewünschte Richtung verändert hat? …).

Interesse: Das A&O ist es, echtes Interesse zu zeigen. Das bemerken Mitarbeitende an Ihren Fragen und ob Sie an Themen dranbleiben (z. B. bei nächstem Kontakt: „Wie ist es denn weitergegangen? Hat der Tipp von Kollege Meier funktioniert? Wie hat XY denn reagiert …? Was davon hast Du konkret ausprobiert? Wie geht es Dir heute damit? …)

Mut: Trauen Sie sich zu, Ihre Wahrnehmung zurückspiegeln (“Deine Stimme hört sich ganz anders an als sonst. Sie ist irgendwie leiser und Du sprichst weniger. Es wirkt auf mich als würde es Dir nicht gut gehen. Ist das so?”). Das ermöglicht echten Kontakt und öffnet Ihrem Gegenüber den Raum, sich auf persönlicher Ebene zu öffnen und so manchen scheinbaren fachlichen Konflikt, auf dieser Basis zu lösen.

Optimismus: Wir alle wissen: Es wird auch eine Zeit nach der Krise geben. Doch vergessen wir das auch gern mal in Anbetracht der aktuellen Belastungen, Sorgen und Unklarheiten. Weisen Sie regelmäßig darauf hin, dass es vorübergeht (z.B. durch Analogien zu vergangenen Krisen) und vielleicht auch vorerst eine neue Normalität eintreten wird („Auch nach der Finanzkrise ist es zügig wieder bergauf gegangen.”). Es kann Ihren Mitarbeitern auch helfen, wenn Sie sie daran erinnern, wann und wo Sie bereits persönlich große Herausforderungen und Krisen erfolgreich bewältigt haben („Was hat Dir damals gut geholfen? Wie hast Du es hinbekommen? Was hast Du für die derzeitige Situation damals gelernt? …). Bedenken Sie: Die wichtigste Rolle bei der Angstreduktion der Mitarbeitenden spielen Sie als Führungskraft! Schenken Sie Vertrauen durch Ihre Integrität, Empathie und Kompetenz!

Und: seien Sie optimistisches Vorbild! Optimisten sind der Überzeugung, dass das Leben für und nicht gegen Sie ist!

Hilfe anbieten: Bei größeren existentiellen Krisen oder bei Mitarbeitenden, bei denen Sie keinen rechten Zugang finden oder die sich immer wieder „im Kreis drehen“, kann es sich anbieten, externe Hilfe zu vermitteln. Das kann ein Ansprechpartner von compleneo sein (siehe Angebot) oder auch psychologische Krisenbetreuung/ Sozialpsychiatrischer Dienst oder auch eine Schuldenberatung. Oft hilft es auch schon, die Mitarbeitenden selbst zu fragen oder anzuregen herauszufinden, wer sie unterstützen könnte („Hast Du jemanden in der Familie/ im Freundeskreis, der Dich unterstützen kann?” “Wie kannst/willst Du mit der Person Kontakt aufnehmen? Wie gehst Du konkret vor? …). Ein regelmäßiger Kontakt ist ebenso eine große Hilfe und gibt Orientierung im Prozess (“Ich rufe wieder morgen an, um nachzufragen, wie es gelaufen ist.”).

Motivation: Weniges wirkt so motivierend, wie gemeinsam und verbunden an einer Sache zu arbeiten. Beziehen Sie, wann immer es sich anbietet, Ihre Mitarbeitenden zum gemeinsamen Brainstormen ein. Egal, ob das kreative Fragen betrifft (Wie kann die Zeit am besten genutzt werden? Gibt es relevante digitale Weiterbildungsangebote? Kann etwas, was liegen geblieben ist, auch später abgearbeitet werden?) oder auch Fragen, wenn es um die Zielerreichung geht (Wie können wir uns gegenseitig unterstützen, dass die Qualität unserer Arbeitsergebnisse nicht nachlässt? Wie gehen wir mit zeitlichem Verzug um?) Wichtig bleibt, es müssen sinnvolle und umsetzbare Aufgaben definiert werden. Weil Menschen stark von den Emotionen anderer beeinflusst werden, sollten Führungskräfte diejenigen im Team stärken, die ruhig und besonnen bleiben – und auch selbst Ruhe und Optimismus ausstrahlen. Das steckt, positiv gesprochen, andere an.

Organisation: Ein relevanter Teil Ihrer Führungsarbeit wird weiterhin organisatorischer Natur sein. Die Ressourceneinteilung Ihrer Mitarbeitenden liegt weiterhin in Ihrer Verantwortung. Nur wird es eher ein tägliches Anpassen geben müssen. Strukturen geben dabei Klarheit und Orientierung. Klären Sie im Team, wie sie alle weitgehend die Bürozeiten einhalten können. Dazu zählt schon, dass Telefon- oder Videochats nicht vor acht Uhr beginnen. Auch hier sollte unbedingt auf Pünktlichkeit geachtet werden. Klären Sie konkret, wann etwas zu welcher Qualität geliefert werden soll. Zudem sollten Ihre Mitarbeiter möglichst gut mit den technischen, digitalen Lösungen arbeiten können. Letztlich ist nicht die Arbeitszeitkontrolle, sondern die Kontrolle von Entscheidungen und Ergebnissen die wichtigste Führungsaufgabe in der Krisenzeit. Achten Sie darauf, dass der Informationsfluss und die Kommunikation auf vielen verschiedenen Kanälen die Belastung erhöht. Wenn Mitarbeiter E-Mail, WhatsApp, Telkos, MS Teams oder andere Collaboration-Software für Informationen im Blick behalten müssen, wird die Fokussierung und achtsame Abarbeitung erschwert. Einigen Sie sich daher mit Ihren Mitarbeitenden auf die Kommunikationskanäle, mit denen Sie alle wirksam arbeiten können.

Improvisation: Ein guter Pilot fliegt bei schwierigen Wetterbedingungen auf Sicht. Das wird für Sie derzeit ebenso erforderlich sein. Führen in der Ungewissheit erfordert den Mut zum Sowohl-als-Auch.

Prioritäten setzen: Wissen Sie, was jetzt wirklich wichtig und dringlich ist? Stellen Sie bisherige Routinetätigkeiten infrage und schaffen Sie durch Betonung der momentanen Prioritäten Klarheit im Team. Das die Effizienz der Bearbeitung leidet, ist so lange hinnehmbar, wie der Betrieb aufrecht erhalten bleibt.

Delegation: Menschen, die sich schwer begreiflichen und fassbaren Bedrohungen wie dem Corona- Virus gegenübersehen, leiden häufig unter einem Gefühl des Kontrollverlustes. Sie als Führungskräfte können versuchen, den Emotionen Raum zu geben und zu helfen, Ihren Mitarbeitenden wieder ein Stück Kontrolle zurückzugeben oder bewusster zu werden. Die faire Verteilung von Aufgaben, die über die Funktionen hinausgehen, können dieses Kontrollbedürfnis stärken.

Selbstfürsorge: Ein guter Krisenmanager, Bergsteiger, Chef … achtet auch auf sich selbst. Ihre Verfügbarkeit, Gesundheit und Gelassenheit sind die Schlüssel für eine gute Bewältigung des gesamten Teams. Halten Sie bewusst inne, achten Sie auf sich und holen Sie sich bei Fragen und Bedarf Unterstützung!

Was kann ich als Führungskraft nutzen?

Wir bieten Ihnen in der Krise ein einfaches und günstiges Angebot zur Unterstützung der Führungskräfte und Mitarbeitenden an:

1. 1h Remote-Coaching für Führungskräfte zu relevanten Fragestellungen, zum Austausch und zur Ideengenerierung. Laden Sie uns einfach dazu über MS Teams ein oder rufen Sie uns an, wir finden zeitnah eine Möglichkeit für einen Austausch.

2. Videochat oder Telefonat mit Mitarbeitenden Ihres Unternehmens: für den Fall, dass Mitarbeitende direkt den Kontakt zu uns suchen, einen externen Ideengeber brauchen oder die eigene Führungskraft uns um Hilfe bittet, stehen wir ebenso zur Seite.

Remote-Coaching

Wir bei compleneo Consulting verstehen Coaching als lösungs- und ressourcenorientierte Beratung mit dem Ziel, die eigene Arbeit zu verbessern. Es verfolgt vorrangig das Erreichen von selbstgesteckten Zielen, die für die eigene Entwicklung relevant erscheinen. Im Coaching kommen verschiedene Fragetechniken und Impulse zum Tragen, um Veränderungsanliegen zu klären, die Selbstwahrnehmung zu unterstützen und neue Vorgehensweisen zu planen.

Die Corona-Krise fordert uns alle auf neue Art und Weise heraus, unseren (Führungs-)Alltag zu bewältigen. Ein Vor-Ort-Coaching kommt durch die Kontakteinschränkungen nicht in Frage.  Eine ortsunabhängige und flexible Variante stellt dagegen das Remote-Coaching dar. Es ist eine flexible, individuelle Unterstützung bei der die Möglichkeiten von Videochats (egal ob MS Teams, Zoom, Webex oder GoToMeeting) von Coach und Coaches genutzt werden. Je nach Anliegen und Inhalt können sogar mehr multimediale Impulse als im klassischen Coaching z. B. zur Visualisierung genutzt werden.

Gehen Sie neue Wege bei Ihrer Entwicklung und nutzen Sie unsere erfahrenen Coaches.

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